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Die Sainäwwel: Der letzte Vorhang fällt

Anfang Dezember fand die Jahreshauptversammlung der Theatergruppe „Die Sainäwwel“ statt. In dieser Sitzung wurde die Auflösung des Vereins diskutiert und beschlossen.

Seit nunmehr 40 Jahren hat die Theatergruppe „Die Sainäwwel“ das Publikum in und um Bürstadt herum mit witzigen, und sehr guten Mundart-Theaterstücken begeistert. Sie sind stets als Garant für gute Unterhaltung mit viel Lokalkolorit bekannt gewesen.

Seit ihrer Gründung im Jahr 1985 und dem ersten Stück „Besuch aus Monnem“ wurde bis ins Jahr 2020 jährlich ein mitreißendes Stück geboten und so konnten viele Fans gewonnen werden. Dies trug dazu bei, dass „Die Sainäwwel“ im Jahr 1994 als „Kulturpreisträger der Stadt Bürstadt“ ausgezeichnet wurden.

Doch mit Corona wurde alles anders. Im Jahr des Lockdowns liefen die Vorbereitungen für ein neues Stück bereits auf Hochtouren, doch plötzlich kam alles zum Stillstand. Die Aufführungen im Jahr 2020 mussten abgesagt werden. Drei Jahre durfte nicht gespielt werden und erst 2023 schaffte man es wieder mit einem Stück auf die Bühne.

Bereits da waren jedoch deutliche Spuren zu erkennen, dass das Umfeld schwierig geworden war. Viele der Theaterleute hatten mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen, wie alle Bereiche der Kunst. Einige orientierten sich beruflich neu, die Freizeit wurde anders gestaltet, es gab gesundheitliche Probleme oder es wurden schlicht die Prioritäten anders gesetzt. Zusätzlich wurden viele der Mitglieder nicht jünger. Neue Mitstreiter waren in solchen Zeiten schwer zu finden. Wer ist schon bereit, sich mit viel Enthusiasmus und Zeitaufwand über fast ein halbes Jahr regelmäßig intensiv mit Proben einzubringen? So viel Herzblut findet man immer seltener. Viele sind zeitlich anders eingebunden.

Final kam nun noch dazu, dass nach dem Stück 2023 die Spielstätte in Riedrode aufgrund eines Schimmelschadens in einem städtischen Kindergarten aufgegeben werden musste. Nun war es noch schwieriger, zu planen, da lange nicht klar war, wie lange das Bürgerhaus Riedrode nicht zu Verfügung stehen würde. Mit der Zeit nahm die Zahl der Aktiven vor und hinter den Kulissen ab und eine neue Spielstätte war auch nicht zu finden. Wo kann man über ca. drei Monate die Kulissen stehen lassen, um dort final zu proben und schließlich auch die Aufführungen durchzuführen – ohne ein vierstelliges Budget zu investieren? Die Suche nach einem alternativen Spielort erstreckte sich in und um Bürstadt. Eine klare Aussage, wie es in der ans Herz gewachsenen Spielstätte in Riedrode weitergehen konnte, war bis Mitte 2025 seitens der Stadtverwaltung Bürstadt nicht zu bekommen.

Als dann endlich die positive Aussage zur Spielstätte da war, gab es kaum mehr Aktive im Verein. Bereits zu Zeiten des letzten Stückes ging man regelmäßig auf Fans und Freunde zu und suchte nach Mitstreitern. Hier gab zwar es einzelne positiver Rückmeldungen, jedoch fehlte noch immer eine Spielstätte, sodass sich die Interessenten aufgrund der unklaren Zukunft dann doch einer anderen Theatergruppe anschlossen.

Zusammenfassend fehlt es mittlerweile nicht nur an engagierten Schauspielern, sondern insgesamt an genug helfenden Händen und Menschen mit Motivation und Herzblut für ein Weiterbestehen der jahrzehntelang beliebten, erfolgreichen und überregional bekannten Mundart-Theatergruppe.

Nun ist es also so weit: Die Verantwortlichen um die erste Vorsitzende Gabi Schäfer-Bauer sehen keine Zukunft mehr für das Theaterspielen in Bürstadt und bedauern dies sehr. Da es für einen Verein auch immer laufende Kosten gibt und demgegenüber keine Einnahmen stehen, gibt es auch ein finanzielles Thema, wenngleich dies keineswegs das entscheidende Kriterium ist.

Seit Gründung der Sainäwwel wurden immer alle Einnahmen gespendet, sodass in der gesamten Zeit die stolze Summe von 267.000 € an unterschiedlichste Gruppen in und um Bürstadt gespendet werden konnten. So war das Theaterspielen stets mit viel Spaß und dem guten Zweck verbunden.

Der Tenor aus der letzten Sitzung der Sainäwwel war: „Alles hat seine Zeit…“, was Gründungsmitglied Norbert Gebhardt auch mit einem Zitat aus dem Alten Testament nochmal hervorhob. Der letzte Vorhang ist also 2023 mit „Endschdadsjon Boschadadd“ gefallen und man wird sich schweren Herzens mit der Liquidation des Vereines befassen müssen.

Presse 2023 – Endschdadsjon Booschdadd

Presse 2023 – Endschdadsjon Booschdadd

Presse 2022 – Do simmer widda!

Presse 2022 – Do simmer widda!

Pressespiegel 2022

„Do simmer widda!“

Eine der am stärksten gebeutelten Branchen der Pandemie in den vergangenen zwei Jahren war die Veranstaltungsbranche. Von Lockdown und Co. wurden auch die Sainäwwel nicht verschont. Weder zum Proben noch für Veranstaltungen gab es eine vernünftige Plattform – doch jetzt sind sie zurück!

Ganzen Bericht weiterlesen hier Pressebericht aus dem Tip-Verlag

Sie sind wieder da…Do simmer widda! – Tip-Verlag

Presse 2018 – Operation „Sunneeck“

Presse 2018 – Operation „Sunneeck“

„Komm, meine kleine Magnolie“ lockt der Butler
Mehrere geheime Operationen werden hier geplant und ausgeführt, die sich zum Vergnügen der Zuschauer in drei Akten dramaturgisch zuspitzen und dabei ungehemmte darstellerische Energien freisetzen. – Witzige Dialoge und Überraschungen fast im Minutentakt brachten die Zuschauer zum Lachen, Szenenapplaus und begeisterter Beifall zum Abschluss belohnten die neun Darsteller, die von Helfern hinter und vor der Bühne unterstützt wurden. Zum fröhlichen Schluss erlebte das Publikum eine besondere Überraschung.
(TIP 07.04.2018)

So sexy war Mundart noch nie
Vielfältig, authentisch und lustig – so kennt man die Bürstädter Theatergruppe „Sainäwwel“. Unter dem Attribut „sexy“ hat sie sich bislang allerdings noch keinen Namen gemacht. – Den „Sainäwweln“ ist wieder einmal ein Kunststück gelungen. Obwohl einige Charaktere offenbar durchaus versaute Gedanken hegen, rutschen weder Handlung noch Witze unter die Gürtellinie. – Alle Schauspieler beweisen, wieder einmal, dass es eine Untertreibung ist, sie als Amateure zu bezeichnen. – Die herzlich derbe Bürstädter Mundart mit ihren knallharten Sprüchen sorgt wie üblich endgültig dafür, dass sich das Publikum vor Lachen kaum auf den Stühlen halten kann.
(Bürstädter Zeitung 09.04.2018)

Bürstadts Laienschauspieler bringen wieder urkomische Verwechslungskomödie auf die Bühne
„Bäschdädderisch ist ein Kulturgut“, betont Matthias Brenner in seiner Eröffnungsrede vor der Premiere. Mundart ist Trumpf bei der Theatergruppe Sainäwwel, und so haben die Schauspieler mal wieder ein schönes Stück ausgewählt, umgeschrieben und die Rollen mit den richtigen Charakteren besetzt. Für „Operation Sunneeck“ ernteten sie viel Applaus. – Die Premiere ist sehr gelungen, die Besucher sind teilweise aus dem Lachen nicht mehr heraus gekommen.
(Südhessen Morgen 09.04.2018)

 

Sainäwwel feiern Premiere ihres Stücks „Operation Sunneeck“
Am vergangenen Freitag feierten die Sainäwwel im Bürgerhaus ihre erfolgreiche Premiere. Sie spielten das Stück „Operation Sunneeck“ und die Schauspieler begeisterten damit das Publikum. – Alle Rollen waren hervorragend besetzt. Jeder glänzte in seinem Part und hatte tolle Momente.
(Wochenblatt 11.04.2018)

Presse 2017 – Hodel ginsdisch häzugewwe

Presse 2017 – Hodel ginsdisch häzugewwe

Pressespiegel 2017

„Hodel ginsdisch häzugewwe“

Die ersten Lacher gibt es schon, da ist noch gar kein Wort gefallen. Mit „Hodel ginsdisch häzugewwe“ haben die Sainäwwel diesmal ein US-amerikanisches Lustspiel auf die Bürstädter Bühne gehoben. Und die Übersetzung ist geglückt. Angereichert mit viel Lokalkolorit, Wortspielereien Running Gags und auch ein paar Slapstickeinlagen gelingt die Mixtur aus Humor, Dramatik, Spannung und wohliger Unterhaltung.
(Bürstädter Zeitung 22.04.2017)

Die Premiere ist geglückt: Tobender Applaus und eine Welle der Begeisterung weht den Schauspielern entgegen, als sie ein letztes Mal an diesem Abend auf der Bühne stehen. – Auch beim größten Durcheinander geht der Humor nie verloren. Dafür sorgen die Schauspieler mit ihrer gekonnten Leistung.
(Bürstädter Zeitung 24.04.2017)

Begeistertes Publikum feiert die Bürstädter Sainäwwel. – Wortwitz und Lokalkolorit bestimmen das Stück. – Die Sainäwwel haben es richtig angepackt, das Stück mit den vielen Wendungen und Wirrungen ist nicht nur spannend für das Publikum, sondern reizt immer wieder zu herzhaftem Lachen, so dass am Schluss der Applaus äußerst stürmisch ist.
(Südhessen Morgen 24.04.2017)

Die Bürstädter Theatergruppe „Die Sainäwwel“ machte es dem Premierenpublikum leicht, das abendfüllende Lustspiel „Hodel ginsdisch häzugewwe“ in drei Akten zu genießen. – Am Ende nach gehaltvollen drei Stunden, klatschten die Zuschauer begeistert Beifall.
(TIP 26.04.2017)

Presse 2016 – Liner, Ami un Zoahwejh

Presse 2016 – Liner, Ami un Zoahwejh

Endlich. Sie spielen wieder. Fulminant sind die Sainäwwel in die neue Theatersaison gestartet…. Die Sainäwwel-Schauspieler überzeugen in ihrem neuesten Werk auf ganzer Linie.
(Bürstädter Zeitung 08.04.2016)

Wie könnte es auch anders sein – „Die Sainäwwel“ haben mit ihrem neuen Theaterstück „Liner, Ami un Zoahwejh“ einen Volltreffer mitten ins Lachzentrum gelandet… Am Ende gab es für die hervorragende Leistung begeisterten Applaus.
(TIP 13.04.2016)

Das Publikum war hochzufrieden mit der Leistung der Mundarttruppe und quittierte das mit einem langen Beifall… Das Publikum hatte sehr großen Spaß und hat sehr viel und zum Teil schallend gelacht.
(Südhessen Morgen 11.04.2016)